66 Tage laut Prognose — und ein langes, privates, unglamouröses Jahr Reha, das niemand sieht. Birkirkara verliert einen Fußballer; er verliert erheblich mehr als eine Saison.
Die Mitteilung des Vorstands umfasste drei Sätze, und einer davon erwähnte Ergebnisse. Aaron Xuereb ist lange genug Trainer, um zu übersetzen: bald gewinnen — oder die nächste Mitteilung wird kürzer.
Kein Monat, keine Formphase — eine ganze Saison als bester 20-Jähriger, den irgendjemand in dieser Liga aufs Feld schicken konnte. Diese Auszeichnung wird für den Rest seiner Karriere erwähnt.
Brutal, eindeutig und, bei allem Schrecken des Moments, meist weniger karriereprägend als das Band, vor dem alle mehr Angst haben. 20 Tage, ein klarer Zeitplan und ein Rückkehrdatum, mit dem sich tatsächlich planen lässt.
Es gibt Fußballer, die eine gute Saison spielen, und Fußballer, für die eine Saison in Erinnerung bleibt; die Zweiten hören ihren Namen im Sommer in einem Saal. Birkirkara wird sich still freuen und heimlich nervös sein.
Ablöse geeinigt, Vertrag geeinigt, Medizincheck terminiert. David Muscat ist am Wochenende der Spieler eines anderen Klubs — und bei Birkirkara hat der Abschied leise begonnen.
„Vor der Unterschrift wurde mir einiges gesagt. Ich werde es nicht wiederholen, aber ich erinnere mich an jedes Wort.“ Birkirkara schweigen dazu, was auch eine Antwort ist.
Isaac Allan stand im Zentrum, und als man sie trennte, waren drei oder vier weitere beteiligt. Trainingsgelände sind enge Orte, und lange Saisons machen sie enger.
Die Gehälter sind den Einnahmen davongelaufen, und die Buchhaltung sitzt neuerdings in Sitzungen, für die sie sich früher entschuldigt hat. Der Ehrgeiz kommt in so einer Saison an zweiter Stelle.
Kader15.02.2038
Worte auf dem Trainingsplatz von Birkirkara darüber, wer wie hart arbeitet
Jemand hat laut ausgesprochen, was mehrere gedacht haben. Lenar Fattakhov steht im Zentrum, und die Mannschaft erfährt jetzt, ob der Standard steigt oder die beiden schlicht aufhören, miteinander zu reden.
Vorstand15.02.2038
125% der Einnahmen von Birkirkara gehen in Gehälter
Es gibt einen Punkt, an dem ein Gehaltsetat aufhört, ehrgeizig zu sein, und zu dem Grund wird, warum sonst nichts mehr geht — dieser Verein hat ihn erreicht. Für einen Transfer, eine Tribüne oder einen Regentag bleibt nichts übrig.
„Es hat lange genug gedauert. Lieber rede ich Klartext, als dass es weiter im Raum steht.“ Zehn Minuten hinter verschlossener Tür bei Birkirkara, und beide kamen mit den Worten heraus, es sei alles in Ordnung.
In jedem der letzten 20 Spiele mindestens zwei Gegentore. Es ist nicht ein Fehler, der sich wiederholt — das wäre leichter zu beheben; es ist jede Woche ein anderer.
„Das ist keine Wut. Ich denke seit Monaten darüber nach, und nichts von dem, was zuletzt passiert ist, hat daran etwas geändert.“ Das Gesuch liegt auf einem Schreibtisch bei Birkirkara — und es wird nicht zurückgezogen.
Es gibt ein Alter, ab dem jeder gute Nachmittag als Erinnerung an früher beschrieben wird — unfair und zugleich zutreffend. 8.15 mit 34, und niemand auf dem Platz war besser.
„Vor der Unterschrift wurde mir einiges gesagt. Ich werde es nicht wiederholen, aber ich erinnere mich an jedes Wort.“ Birkirkara schweigen dazu, was auch eine Antwort ist.
Es ging nicht um Fußball, und jeder, der es gesehen hat, weiß das. Zwei Männer, die am Samstag zusammen spielen müssen, haben bei Birkirkara diese Woche Dinge gesagt, die länger als eine Woche brauchen.
Verteidigen war optional, und niemand nahm die Option wahr. 6 Tore zwischen Birkirkara und Floriana, und keiner der zahlenden Zuschauer wird sein Geld zurückverlangen.
Mit 2‑4 geschlagen, und verdient geschlagen. Der Trainer fasste sich danach kurz, was vermutlich klug war.
Kader25.01.2038
Lenar Fattakhov gerät wegen der Ansprüche mit einem Mitspieler aneinander
Der älteste Streit jeder Kabine und der einzige, bei dem es wirklich um Fußball geht: Einer findet, der andere legt zu wenig hinein. Es ist auch der Streit, über den ein Trainer insgeheim nicht unglücklich ist.
Noch ein Name auf der Liste: Marsaxlokk hat die Frage gestellt, die sich im Fußball gerade alle über Martin Micallef stellen. Die Antwort von Birkirkara hat sich nicht geändert — noch nicht.
Die Mitteilung des Vorstands umfasste drei Sätze, und einer davon erwähnte Ergebnisse. Aaron Xuereb ist lange genug Trainer, um zu übersetzen: bald gewinnen — oder die nächste Mitteilung wird kürzer.
3 Tore an einem Nachmittag, alle von einem Mann. Die übrigen Spieler waren ebenfalls anwesend, bestätigt ein Augenzeuge.
Vorstand04.01.2038
Der Druck in der Führungsetage von Birkirkara wächst
Die Verantwortlichen zeigen dem Trainer öffentlich keine Wärme mehr. Im Fußball ist das meist die Stufe vor der kurzen Mitteilung.
Spielernoten04.01.2038
Marco Tabone, 20, spielt, als wäre er seit Jahren hier — 8.62
Eine 8.62 bedeutet neben dem Namen eines Neunundzwanzigjährigen das eine und neben dem eines 20-Jährigen etwas völlig anderes. Im Stadion musste das niemandem erklärt werden.
Mit 38 soll er eigentlich seine Minuten einteilen. Stattdessen bekam er eine 9.00 und wirkte neunzig Minuten lang exakt wie der Spieler, an den sich alle erinnern.
Kurz notiert
TransfermarktMahmood Aliyu reicht ein schriftliches Gesuch ein
Keine Spur von Nerven bei Marco Tabone mit 19 — 7.66
Das Schwerste daran, mit 19 in einer Profimannschaft zu stehen, ist, dass niemand Rücksicht nimmt. Marco Tabone brauchte keine: 7.66, und er wirkte wie der Ruhigste auf dem Platz.
Die Vereine sind sich einig, der Rest ist Formsache: ein Medizincheck, ein Foto, eine Unterschrift. Bei Birkirkara tut niemand mehr so, als würde er dieses Trikot noch einmal tragen.
25 Defensivaktionen und am Ende ein Zu-null. Der Nachmittag eines Verteidigers lässt sich nur über das erzählen, was nicht passiert ist — deshalb macht niemand eine Zusammenfassung daraus, und jeder Trainer der Liga nähme ihn.
„Ich habe Ambitionen, und ich würde mir wünschen, dass der Klub sie teilt.“ Niemand hat um einen Wechsel gebeten, niemandem wurde die Tür gezeigt – aber diesen Satz wählt ein Spieler mit Bedacht, und in der Chefetage hört man ihn genau so, wie er gemeint war.
Kader14.09.2037
Halldor Stenevik gerät wegen der Ansprüche mit einem Mitspieler aneinander
Der älteste Streit jeder Kabine und der einzige, bei dem es wirklich um Fußball geht: Einer findet, der andere legt zu wenig hinein. Es ist auch der Streit, über den ein Trainer insgeheim nicht unglücklich ist.
Es ging nicht um Fußball, und jeder, der es gesehen hat, weiß das. Zwei Männer, die am Samstag zusammen spielen müssen, haben bei Birkirkara diese Woche Dinge gesagt, die länger als eine Woche brauchen.
2 zurück und ohne Idee, bis Kevin Stella etwas anderes beschloss. Gzira United hatte den schweren Teil erledigt und sah dann zu, wie er zerfiel; der Lärm beim Schlusspfiff war die Sorte, die ein Stadion behält.
Spielernoten31.08.2037
Doppelpack, und Kevin Stella nimmt den Nachmittag mit — 8.89
Es gibt eine besondere Stille im Gästeblock, wenn ein Mann zweimal trifft. Kevin Stella hat sie erzeugt, und die 8.89 neben seinem Namen ist allen anderen gegenüber eher großzügig.
Spielernoten31.08.2037
Marco Butturini hätte sich sein erstes Spiel nicht besser wünschen können — 8.09
Debüts werden überstanden, nicht genossen. Dieses wurde genossen: 8.09, 0 Tore und ein Trainer, der bereits gefragt wird, ob der Mann nächste Woche wieder beginnt.
Es gibt ein Alter, ab dem jeder gute Nachmittag als Erinnerung an früher beschrieben wird — unfair und zugleich zutreffend. 9.37 mit 34, und niemand auf dem Platz war besser.
Spielernoten31.08.2037
Keine Spur von Nerven bei Marco Tabone mit 19 — 8.39
Das Schwerste daran, mit 19 in einer Profimannschaft zu stehen, ist, dass niemand Rücksicht nimmt. Marco Tabone brauchte keine: 8.39, und er wirkte wie der Ruhigste auf dem Platz.
Es ging nicht um Fußball, und jeder, der es gesehen hat, weiß das. Zwei Männer, die am Samstag zusammen spielen müssen, haben bei Birkirkara diese Woche Dinge gesagt, die länger als eine Woche brauchen.
Form kommt und geht; das hier ist nicht gegangen. Martin Micallef ist 18, und die Version, die jetzt trainiert, hätte es in die Mannschaft von vor einem Jahr nicht geschafft.
Lenar Fattakhov verletzt sich am Kniebandapparat — 51 Tage Pause
Die Worte, die ein Physiotherapeut langsam ausspricht. 51 Tage wird der Verein melden, und jeder, der diese Diagnose schon einmal gehört hat, weiß, dass die Zahl das Geringste ist: Das Knie kommt vor dem Spieler zurück.
„Ich habe Ambitionen, und ich würde mir wünschen, dass der Klub sie teilt.“ Niemand hat um einen Wechsel gebeten, niemandem wurde die Tür gezeigt – aber diesen Satz wählt ein Spieler mit Bedacht, und in der Chefetage hört man ihn genau so, wie er gemeint war.
Über einen Oberschenkel dreht niemand eine Dokumentation, und jeder im Geschäft fürchtet ihn. Birkirkara wird beim Rückkehrtermin vorsichtig sein, denn der zweite ist immer schlimmer als der erste.