Eine Knieverletzung der schlimmsten Sorte für Joel Ortiz
41 Tage laut Prognose — und ein langes, privates, unglamouröses Jahr Reha, das niemand sieht. Caracas verliert einen Fußballer; er verliert erheblich mehr als eine Saison.
Marítimo de La Guaira wird dieses Spiel schnell vergessen wollen: 4‑1, jeder Zweikampf verloren, dazu eine lange Heimfahrt. Caracas war gnadenlos auf die Art, auf die gute Mannschaften gnadenlos sind.
„Ich erinnere mich an das Gespräch. Ich erinnere mich genau daran, was darin versprochen wurde.“ Caracas erinnert sich womöglich anders — und genau das ist das Problem.
Die Vereine sind sich einig, der Rest ist Formsache: ein Medizincheck, ein Foto, eine Unterschrift. Bei Caracas tut niemand mehr so, als würde er dieses Trikot noch einmal tragen.
Kader04.02.2036
Brayan Marín kommt bei dem Verein an, mit dem er aufgewachsen ist
Jeder Fußballer hat eine Antwort auf die Frage nach dem Verein seiner Kindheit, und die meisten kommen nie dazu, danach zu handeln. Brayan Marín hat es getan, bei Caracas, und der erste Monat wird zeigen, was das mit einem Mann macht.
Exon Arzú und ein Mitspieler sind aneinandergeraten, und nicht wegen Fußball. Trainingsgelände sind kleine Orte, und eine lange Saison macht sie kleiner.
31 Spiele hier ungeschlagen. Jeder Gästetrainer wird in der Woche davor danach gefragt, und genau deshalb hält sie.
Kader28.01.2036
Joel Ortiz verletzt sich am Kniebandapparat — 48 Tage Pause
Die Worte, die ein Physiotherapeut langsam ausspricht. 48 Tage wird der Verein melden, und jeder, der diese Diagnose schon einmal gehört hat, weiß, dass die Zahl das Geringste ist: Das Knie kommt vor dem Spieler zurück.
„Ich habe nichts Schlechtes über diesen Ort zu sagen. Ich muss nur woanders sein.“ Jetzt steht es schwarz auf weiß, und Caracas können nicht länger so tun, als hätten sie nichts gehört.
Ablöse geeinigt, Vertrag geeinigt, Medizincheck terminiert. Agustín Bianciotti ist am Wochenende der Spieler eines anderen Klubs — und bei Caracas hat der Abschied leise begonnen.
Es ist der legitimste Ehrgeiz des Sports und für die meisten Vereine der am schwersten zu erfüllende. Rodrigo Godoy will internationalen Fußball; ob Caracas das liefern kann, ist eine Frage der nächsten zwei Saisons, nicht eine über ihn.
Wer nach dem Abpfiff fragte, was die Teams trennte, bekam einen Namen: Exon Arzú. 1‑0 gegen Anzoátegui — und der Applaus am Ende galt vor allem ihm.
Kader28.01.2036
Worte auf dem Trainingsplatz von Caracas darüber, wer wie hart arbeitet
Jemand hat laut ausgesprochen, was mehrere gedacht haben. Lucas Cuevas steht im Zentrum, und die Mannschaft erfährt jetzt, ob der Standard steigt oder die beiden schlicht aufhören, miteinander zu reden.
Jhon Lucumí stand im Zentrum, und als man sie trennte, waren drei oder vier weitere beteiligt. Trainingsgelände sind enge Orte, und lange Saisons machen sie enger.
Jemand hat laut ausgesprochen, was mehrere darüber dachten, wie hart ein anderer trainiert, und Lucas Cuevas stand mittendrin. Der eine Kabinenstreit, bei dem es wirklich um Fußball geht.
Exon Arzú und ein Mitspieler sind aneinandergeraten, und nicht wegen Fußball. Trainingsgelände sind kleine Orte, und eine lange Saison macht sie kleiner.
Es ist keine Beschwerde und keine Forderung: Er will international spielen, und er hat aufgehört, es zu verbergen. Ob Caracas ihm das geben kann, ist eine Frage über den Verein, nicht über ihn.
Jeder Trainer hat im Kopf eine kurze Liste der Männer, die er auf dem Platz haben will, wenn es ernst wird, und sie wird nie veröffentlicht. Die Aufstellungen für die großen Nachmittage sagen, dass Lucas Cuevas darauf steht.
„Wir treffen uns — und verlassen den Raum jedes Mal mit denselben Zahlen, mit denen wir hineingegangen sind.“ Wieder eine Gesprächsrunde bei Caracas, wieder eine Woche ohne Unterschrift von David Miguel.