Anhänger, die singen, wenn es schlecht läuft, sind Anhänger. Anhänger, die sich danach versammeln, sind ein Problem — und im Verein weiß jeder, welches von beiden das inzwischen ist.
Kader12.07.2038
Eine Knieverletzung der schlimmsten Sorte für Davis Rath
16 Tage laut Prognose — und ein langes, privates, unglamouröses Jahr Reha, das niemand sieht. St. Pauli verliert einen Fußballer; er verliert erheblich mehr als eine Saison.
Brutal, eindeutig und, bei allem Schrecken des Moments, meist weniger karriereprägend als das Band, vor dem alle mehr Angst haben. 30 Tage, ein klarer Zeitplan und ein Rückkehrdatum, mit dem sich tatsächlich planen lässt.
„Mir wurde gesagt, welche Rolle ich habe, und darauf habe ich unterschrieben. Passiert ist nichts.“ Ein Vorwurf mit Datum lässt sich am schwersten aus der Welt schaffen.
Es ging nicht um Fußball, und jeder, der es gesehen hat, weiß das. Zwei Männer, die am Samstag zusammen spielen müssen, haben bei St. Pauli diese Woche Dinge gesagt, die länger als eine Woche brauchen.
Andrea Mattioli kommt mit 36, hat nichts mehr zu beweisen und einiges weiterzugeben. Beine sind die Währung der Jungen; zu wissen, wo man stehen muss, altert nicht.
In jedem der letzten 9 Spiele mindestens zwei Gegentore. Es ist nicht ein Fehler, der sich wiederholt — das wäre leichter zu beheben; es ist jede Woche ein anderer.
Zwischen den Vereinen ist alles geklärt, der Rest sind Papiere und ein Foto. Rund um St. Pauli spricht man bereits in der Vergangenheitsform über ihn.
Spielernoten19.10.2037
Das Alter hat David Romero noch nicht eingeholt — 8.48
Mit 34 soll er eigentlich seine Minuten einteilen. Stattdessen bekam er eine 8.48 und wirkte neunzig Minuten lang exakt wie der Spieler, an den sich alle erinnern.
„Ich erinnere mich an das Gespräch. Ich erinnere mich genau daran, was darin versprochen wurde.“ St. Pauli erinnert sich womöglich anders — und genau das ist das Problem.
Es ging nicht um Fußball, und jeder, der es gesehen hat, weiß das. Zwei Männer, die am Samstag zusammen spielen müssen, haben bei St. Pauli diese Woche Dinge gesagt, die länger als eine Woche brauchen.
Kader19.10.2037
Tim Siersleben gerät wegen der Ansprüche mit einem Mitspieler aneinander
Der älteste Streit jeder Kabine und der einzige, bei dem es wirklich um Fußball geht: Einer findet, der andere legt zu wenig hinein. Es ist auch der Streit, über den ein Trainer insgeheim nicht unglücklich ist.
Note 8.88 — so eine Zahl schreibt ein Reporter zweimal auf, um sicher zu sein. Alles, was er versuchte, gelang; was er nicht versuchte, war es nicht wert.
„Ich stelle Spieler auf, die die Arbeit machen. Die ganze.“ Kein Name fiel — und trotzdem drehte sich jede Kamera zu Amadou Mbengue, und der Trainer ließ es geschehen.
Am Ende standen 16 Paraden zu Buche, mindestens drei davon hätten gar keine sein dürfen. Die zehn Feldspieler schulden ihm ein Bier, und sie wissen es.
Zwei Tore und eine 8.80 dazu. Stürmer werden an solchen Nachmittagen gemessen und an weit weniger davon erinnert, als man glaubt.
Spiel26.09.2037
Kein Ende in Sicht: St. Pauli wartet weiter auf einen Sieg
Nun 6 Spiele ohne Sieg, und die Ausreden sind dünner geworden als die Geduld. Irgendjemand bei St. Pauli muss irgendwoher ein Ergebnis holen.
Spielernoten28.09.2037
Das Alter hat João Neto noch nicht eingeholt — 8.48
Mit 34 soll er eigentlich seine Minuten einteilen. Stattdessen bekam er eine 8.48 und wirkte neunzig Minuten lang exakt wie der Spieler, an den sich alle erinnern.
Nemanja Trifunović stand im Zentrum, und als man sie trennte, waren drei oder vier weitere beteiligt. Trainingsgelände sind enge Orte, und lange Saisons machen sie enger.
Die Vereine sind sich einig, der Rest ist Formsache: ein Medizincheck, ein Foto, eine Unterschrift. Bei St. Pauli tut niemand mehr so, als würde er dieses Trikot noch einmal tragen.
„Ich habe nichts Schlechtes über diesen Ort zu sagen. Ich muss nur woanders sein.“ Jetzt steht es schwarz auf weiß, und St. Pauli können nicht länger so tun, als hätten sie nichts gehört.
Es ging nicht um Fußball, und jeder, der es gesehen hat, weiß das. Zwei Männer, die am Samstag zusammen spielen müssen, haben bei St. Pauli diese Woche Dinge gesagt, die länger als eine Woche brauchen.
Kader27.07.2037
Amadou Mbengue gerät wegen der Ansprüche mit einem Mitspieler aneinander
Der älteste Streit jeder Kabine und der einzige, bei dem es wirklich um Fußball geht: Einer findet, der andere legt zu wenig hinein. Es ist auch der Streit, über den ein Trainer insgeheim nicht unglücklich ist.
Kader27.07.2037
Zu viel Veränderung in zu kurzer Zeit bei St. Pauli
6 Zugänge in drei Monaten. Jeder einzelne kann eine Verbesserung sein, und die Mannschaft kann trotzdem eine Weile schlechter sein — der Teil eines Umbruchs, der in keiner Transferfenster-Bilanz auftaucht.
„Ich stelle Spieler auf, die die Arbeit machen. Die ganze.“ Kein Name fiel — und trotzdem drehte sich jede Kamera zu Szymon Zalewski, und der Trainer ließ es geschehen.
Was hinter verschlossenen Türen gesagt wurde, steht nun vor einem Mikrofon. Bei St. Pauli kann jeder rechnen — auch der Mann, den es betrifft.
Vorstand06.07.2037
Der Vorstand von St. Pauli bittet alle zum Gespräch
Angekündigt wurde nichts, und alle verstehen, was es bedeutet. Ein Vorstand, der an einem Dienstagmorgen die gesamte sportliche Leitung einbestellt, glaubt nicht mehr daran, dass sich das Problem von selbst löst.
„Die leichteste Unterschrift meiner Karriere.“ Joel Chima Fujita und St. Pauli einigen sich auf weitere 2 Jahre, und der Trainer kann mit ihm planen statt über ihn.
Arkadiusz Pyrka stand im Zentrum, und als man sie trennte, waren drei oder vier weitere beteiligt. Trainingsgelände sind enge Orte, und lange Saisons machen sie enger.
Worte auf dem Trainingsplatz von St. Pauli darüber, wer wie hart arbeitet
Jemand hat laut ausgesprochen, was mehrere gedacht haben. Amadou Mbengue steht im Zentrum, und die Mannschaft erfährt jetzt, ob der Standard steigt oder die beiden schlicht aufhören, miteinander zu reden.
An manchen Nachmittagen ist der Torhüter die ganze Mannschaft. 11 Paraden, etliche davon der Sorte, die niemand für haltbar hält, und am Ende ein Ergebnis, das allen vor ihm schmeichelt.
Jetzt 6 Spiele ohne Sieg — und im Stadion herrscht diese besondere Stille einer Kurve, die das Schlimmste erwartet. Ein dreckiges 1:0 würde das meiste heilen; genau das macht es so zermürbend.
289 Einsätze in 11 Spielzeiten und einem einzigen Trikot. So eine Laufbahn plant heute niemand mehr; sie passiert einer bestimmten Sorte Fußballer in einer bestimmten Sorte Verein.
„Ich erinnere mich an das Gespräch. Ich erinnere mich genau daran, was darin versprochen wurde.“ St. Pauli erinnert sich womöglich anders — und genau das ist das Problem.
„Manche Entscheidungen dauern lange. Diese hat zehn Minuten gedauert — die meiste Zeit davon haben wir einen Stift gesucht.“ Joel Chima Fujita und St. Pauli einigen sich auf weitere 2 Jahre.
Jede Pressekonferenz beginnt und endet inzwischen gleich: mit der Zukunft von Joel Chima Fujita. Dem Trainer gehen die neuen Formulierungen aus, um nichts zu sagen.
Ausgeschieden, 2‑3 gegen Borussia Dortmund — und die lange Debatte, welcher der kleinen Momente es entschieden hat. Es bleibt nur noch die Liga, und alle wissen es.
„Ich habe nichts Schlechtes über diesen Ort zu sagen. Ich muss nur woanders sein.“ Jetzt steht es schwarz auf weiß, und St. Pauli können nicht länger so tun, als hätten sie nichts gehört.
Es ging nicht um Fußball, und jeder, der es gesehen hat, weiß das. Zwei Männer, die am Samstag zusammen spielen müssen, haben bei St. Pauli diese Woche Dinge gesagt, die länger als eine Woche brauchen.
Kader24.11.2036
Arkadiusz Pyrka gerät wegen der Ansprüche mit einem Mitspieler aneinander
Der älteste Streit jeder Kabine und der einzige, bei dem es wirklich um Fußball geht: Einer findet, der andere legt zu wenig hinein. Es ist auch der Streit, über den ein Trainer insgeheim nicht unglücklich ist.