Knochen wachsen zusammen. Das ist das eine Gnädige an dieser Verletzung und der Grund, warum St. Pauli offener darüber spricht als über ein Knie. Er kommt zurück — und ungefähr dann, wann sie es sagen.
Kader22.05.2045
Eine Knieverletzung der schlimmsten Sorte für Benjamin Müller
30 Tage laut Prognose — und ein langes, privates, unglamouröses Jahr Reha, das niemand sieht. St. Pauli verliert einen Fußballer; er verliert erheblich mehr als eine Saison.
Die Qualifikation ist unter Dach und Fach, und die großen Flutlichtabende der nächsten Saison sind internationale. Für die Spieler ist es eine Bühne, für die Buchhaltung ein Rettungsanker, für die Anhänger heißt es: Reisepass suchen.
Es gibt Fußballer, die eine gute Saison spielen, und Fußballer, für die eine Saison in Erinnerung bleibt; die Zweiten hören ihren Namen im Sommer in einem Saal. St. Pauli wird sich still freuen und heimlich nervös sein.
„Mir wurde gesagt, welche Rolle ich habe, und darauf habe ich unterschrieben. Passiert ist nichts.“ Ein Vorwurf mit Datum lässt sich am schwersten aus der Welt schaffen.
Die Papiere sind lange vor dem Spieler fertig. Robert Wagner hat zugesagt, hierherzukommen, sobald sein laufender Vertrag endet — St. Pauli haben damit ein Sommerbudget durch ein Telefonat ersetzt.
Kurz notiert
TransfermarktTim Engel wird mit einem Abgang in Verbindung gebracht
TransfermarktSt. Pauli kauft dort ein, wo es nichts kostet
VorstandDas Nachwuchsband von St. Pauli läuft weiter
Brutal, eindeutig und, bei allem Schrecken des Moments, meist weniger karriereprägend als das Band, vor dem alle mehr Angst haben. 83 Tage, ein klarer Zeitplan und ein Rückkehrdatum, mit dem sich tatsächlich planen lässt.
An manchen Nachmittagen ist der Torhüter die ganze Mannschaft. 9 Paraden, etliche davon der Sorte, die niemand für haltbar hält, und am Ende ein Ergebnis, das allen vor ihm schmeichelt.
„Ich habe Ambitionen, und ich würde mir wünschen, dass der Klub sie teilt.“ Niemand hat um einen Wechsel gebeten, niemandem wurde die Tür gezeigt – aber diesen Satz wählt ein Spieler mit Bedacht, und in der Chefetage hört man ihn genau so, wie er gemeint war.
Jahmai Simpson-Pusey stand im Zentrum, und als man sie trennte, waren drei oder vier weitere beteiligt. Trainingsgelände sind enge Orte, und lange Saisons machen sie enger.
Defensivaktionen: 22. Er war überall zuerst am Ball und nirgends zu spät, und der Torhüter hatte deshalb einen ruhigen Tag.
Kader03.04.2045
Otis Caporusso gerät wegen der Ansprüche mit einem Mitspieler aneinander
Der älteste Streit jeder Kabine und der einzige, bei dem es wirklich um Fußball geht: Einer findet, der andere legt zu wenig hinein. Es ist auch der Streit, über den ein Trainer insgeheim nicht unglücklich ist.
Wieder eine Woche, wieder ein Gerücht, wieder ein Dementi, das niemand so recht glaubt. St. Pauli weiß, dass der Markt solche Dinge entscheidet, nicht die Sportseiten – aber die Sportseiten sind lauter.
Eine Knieverletzung der schlimmsten Sorte für Georg Thomas
23 Tage laut Prognose — und ein langes, privates, unglamouröses Jahr Reha, das niemand sieht. St. Pauli verliert einen Fußballer; er verliert erheblich mehr als eine Saison.
Knochen wachsen zusammen. Das ist das eine Gnädige an dieser Verletzung und der Grund, warum St. Pauli offener darüber spricht als über ein Knie. Er kommt zurück — und ungefähr dann, wann sie es sagen.
Uchenna Ogundu stand im Zentrum, und als man sie trennte, waren drei oder vier weitere beteiligt. Trainingsgelände sind enge Orte, und lange Saisons machen sie enger.
Georg Thomas verletzt sich am Kniebandapparat — 63 Tage Pause
Die Worte, die ein Physiotherapeut langsam ausspricht. 63 Tage wird der Verein melden, und jeder, der diese Diagnose schon einmal gehört hat, weiß, dass die Zahl das Geringste ist: Das Knie kommt vor dem Spieler zurück.
Kader25.04.2044
Lukas Frank: Das war mir anders versprochen worden
„Vor der Unterschrift wurde mir einiges gesagt. Ich werde es nicht wiederholen, aber ich erinnere mich an jedes Wort.“ St. Pauli schweigen dazu, was auch eine Antwort ist.
Jahmai Simpson-Pusey stand im Zentrum, und als man sie trennte, waren drei oder vier weitere beteiligt. Trainingsgelände sind enge Orte, und lange Saisons machen sie enger.
Eine Knieverletzung der schlimmsten Sorte für Georg Thomas
87 Tage laut Prognose — und ein langes, privates, unglamouröses Jahr Reha, das niemand sieht. St. Pauli verliert einen Fußballer; er verliert erheblich mehr als eine Saison.
An manchen Nachmittagen ist der Torhüter die ganze Mannschaft. 10 Paraden, etliche davon der Sorte, die niemand für haltbar hält, und am Ende ein Ergebnis, das allen vor ihm schmeichelt.
Es ging nicht um Fußball, und jeder, der es gesehen hat, weiß das. Zwei Männer, die am Samstag zusammen spielen müssen, haben bei St. Pauli diese Woche Dinge gesagt, die länger als eine Woche brauchen.
„Ich habe Ambitionen, und ich würde mir wünschen, dass der Klub sie teilt.“ Niemand hat um einen Wechsel gebeten, niemandem wurde die Tür gezeigt – aber diesen Satz wählt ein Spieler mit Bedacht, und in der Chefetage hört man ihn genau so, wie er gemeint war.
„Manche Entscheidungen dauern lange. Diese hat zehn Minuten gedauert — die meiste Zeit davon haben wir einen Stift gesucht.“ Seb Ferdinand und St. Pauli einigen sich auf weitere 2 Jahre.
Defensivaktionen: 19, und am Ende eine weiße Weste. Die besten Nachmittage eines Innenverteidigers sehen aus, als sei nichts passiert — genau darum geht es.
Eine Knieverletzung der schlimmsten Sorte für Gabriel Beck
48 Tage laut Prognose — und ein langes, privates, unglamouröses Jahr Reha, das niemand sieht. St. Pauli verliert einen Fußballer; er verliert erheblich mehr als eine Saison.
Gelungene Dribblings: 26. Jedes Mal, wenn er den Ball hatte, musste jemand eine Entscheidung treffen, und jedes Mal war sie falsch.
Kader08.02.2044
Uchenna Ogundu gerät wegen der Ansprüche mit einem Mitspieler aneinander
Der älteste Streit jeder Kabine und der einzige, bei dem es wirklich um Fußball geht: Einer findet, der andere legt zu wenig hinein. Es ist auch der Streit, über den ein Trainer insgeheim nicht unglücklich ist.
Es ging nicht um Fußball, und jeder, der es gesehen hat, weiß das. Zwei Männer, die am Samstag zusammen spielen müssen, haben bei St. Pauli diese Woche Dinge gesagt, die länger als eine Woche brauchen.
„Ich stelle Spieler auf, die die Arbeit machen. Die ganze.“ Kein Name fiel — und trotzdem drehte sich jede Kamera zu Stephan Hofmann, und der Trainer ließ es geschehen.
Transfermarkt08.02.2044
Uchenna Ogundu wird mit einem Abgang in Verbindung gebracht
Der Name Uchenna Ogundu taucht immer wieder in fremden Sportteilen auf. St. Pauli schweigt, und das sagt genug.
An manchen Nachmittagen ist der Torhüter die ganze Mannschaft. 9 Paraden, etliche davon der Sorte, die niemand für haltbar hält, und am Ende ein Ergebnis, das allen vor ihm schmeichelt.
„Ich erinnere mich an das Gespräch. Ich erinnere mich genau daran, was darin versprochen wurde.“ St. Pauli erinnert sich womöglich anders — und genau das ist das Problem.
Uchenna Ogundu stand im Zentrum, und als man sie trennte, waren drei oder vier weitere beteiligt. Trainingsgelände sind enge Orte, und lange Saisons machen sie enger.
Noch 4 Monate — und beide Seiten wissen, was das heißt: Mit jeder Woche ohne Unterschrift sinkt die Ablöse, die St. Pauli verlangen kann, und steigt das Gehalt, das Martim Peixoto verlangen kann.
An manchen Nachmittagen ist der Torhüter die ganze Mannschaft. 8 Paraden, etliche davon der Sorte, die niemand für haltbar hält, und am Ende ein Ergebnis, das allen vor ihm schmeichelt.
Ein Mittelfeldspieler wird daran gemessen, ob die Mannschaft funktioniert, wenn er auf dem Platz steht — kaum zu sehen und im Rückblick vollkommen offensichtlich. 26 Aktionen, 6.53, und ein Trainer, der ihn so schnell nicht wieder auswechselt.
Es ging nicht um Fußball, und jeder, der es gesehen hat, weiß das. Zwei Männer, die am Samstag zusammen spielen müssen, haben bei St. Pauli diese Woche Dinge gesagt, die länger als eine Woche brauchen.
Kader18.01.2044
Worte auf dem Trainingsplatz von St. Pauli darüber, wer wie hart arbeitet
Jemand hat laut ausgesprochen, was mehrere gedacht haben. Uchenna Ogundu steht im Zentrum, und die Mannschaft erfährt jetzt, ob der Standard steigt oder die beiden schlicht aufhören, miteinander zu reden.
Monatelang passiert nichts, und dann steht er einfach da, ohne Ablöse, weil er einen Vorvertrag unterschrieben hat, während er noch für jemand anderen spielte. Es ist die undramatischste Art, einen Fußballer zu holen, und oft die klügste.
Vereine geben ständig Versprechen, und die Zeitung erfährt davon meist erst, wenn sie gebrochen werden. Dieses wurde gehalten, und die Kabine hat das schneller bemerkt als jeder Anhänger.
Jede Pressekonferenz beginnt und endet inzwischen gleich: mit der Zukunft von Jahmai Simpson-Pusey. Dem Trainer gehen die neuen Formulierungen aus, um nichts zu sagen.